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Aus der Geschichte

Funde von Steinbeilen und Gefäßen bei Wald (Glashütte), die heute Bestandteil der fürstlichen Sammlungen im Schloss Sigmaringen sind, lassen vermuten, dass bereits gegen Ende des dritten Jahrtausends v. Chr. und in der Spätjungsteinzeit in dieser Gegend Menschen gelebt haben. Die Geschichte der Gemeinde Wald aber ist sehr eng mit der Geschichte des Klosters verbunden. Im Jahre 1212 kaufte der Ministeriale von Kaiser Friedrich II, Burkhard von Weckenstein, das adelige freie Gut des Ulrich von Balbe. Er stiftete es seinen beiden Schwestern Judita und Ita, die aus dem Gut ein Kloster aufbauten. Dieses gehörte dem Zisterzienserinnenorden an. Über Jahrhunderte hinweg bestimmte das Kloster das Schicksal der gesamten Raumschaft. 600 Jahre lang waren vielfach die Töchter des schwäbischen Adels Angehörige des reichsadligen Stiftes Kloster Wald. Durch Schenkungen und Käufe dehnte sich der Besitz des Klosters hauptsächlich zwischen Donau und Bodensee aus. Der ausgedehnte Gebäudekomplex und die herrliche Barockkirche zeugen noch heute von dem einstigen Reichtum. Um 1500 gehörten 19 Ortschaften im Umkreis zum Klosterbesitz dazu.

In Not- und Kriegszeiten hatte auch Wald unter den durchziehenden Heeren schwer zu leiden. Kulturgeschichtlich bedeutend war hierbei besonders der Einfall der Schweden im 30jährigen Krieg (Legende vom "geschossenen Bild"). Durch die Säkularisation wurde 1804 das Kloster aufgehoben, und der gesamte Besitz fiel an den Fürsten von Hohenzollern in Sigmaringen. Erst seit diesem Zeitpunkt begann für die Gemeinde Wald und die umliegenden Dörfer überhaupt eine selbständige Entwicklung. Für 19 Gemeinden wurde Wald zum Ober- und Rentamt. Diese Mittelpunktfunktion ging erst mit dem Abzug des Amtsgerichts und des Katasteramtes endgültig verloren. Nicht die Industrie prägt heute das Gesicht der Gemeinde, sondern die Landwirtschaft, das Handwerk und der Handel. Seit Mai 1946 betreiben die Benediktinerinnen von der Hl. Lioba aus Freiburg-Günterstal in den Klostergebäuden die weit über die Bundesrepublik hinaus bekannte Heimschule Kloster Wald, ein staatlich anerkanntes Gymnasium mit Internat und Lehrwerkstätten.

Durch die Verwaltungsreform kamen bereits zum 01.07.1971 die Gemeinden Hippetsweiler, Riedetsweiler und Rothenlachen zur Gemeinde Wald. Zum 1.06.1972 folgte Reischach, und zum 1.01.1973 die frühere badische Gemeinde Sentenhart. Ab dem 1.01.1975 sind auch Glashütte, Kappel, Ruhestetten und Walbertsweiler Teile der Gemeinde Wald geworden.