Wald

Wald
Einwohnerzahl: 1.000 Einwohner
Gemarkungsfläche: 827,47 ha.

Chronik:

Im Jahre 1212 kaufte der  Ministeriale von Kaiser Friedrich II., Burkhard von Weckenstein, das adelige freie Gut „Walde“  von Ulrich von Balbe. Er gründete für seine Schwestern Judith und Ita ein Zisterzienserinnenkloster, das Salem als Tochterkloster unterstellt wurde. In dem Kloster führten die Töchter edler schwäbischer Adelsgeschlechter ein gottgeweihtes Leben. Durch die Morgengaben (Geld, Grundbesitz), die sie mitbrachten, durch Schenkungen, fromme Stiftungen und kluge Erwerbspolitik erweiterte sich der Grundbesitz des Klosters beträchtlich. Um 1500 gehörten im Umkreis von Wald 19 Dörfer zum Kloster, dazu noch Besitzungen in 20 Orten, u.a. in Pfullendorf, Überlingen, Bermatingen, Markdorf und Mengen. Dieser gewaltige Besitz ist im „Walder Urbar“ von 1501 bis in jede Einzelheit aufgeführt. Der wirtschaftliche Höhepunkt und die Blütezeit des Klosters dürften wohl in dieser Zeit gelegen haben.

Doch bald danach traten Ereignisse ein, die große Rückschläge brachten. In den Bauernkriegen um 1525 wurde das Kloster von den aufrührerischen Bauern geplündert und zum Teil niedergebrannt. Die Schwestern flüchteten mit Urkunden, Silbergeschirr und Vorräten in die freie Reichsstadt Pfullendorf. Im Dreißigjährigen Krieg raubten die Schweden das Kloster total aus. Die Klosterfrauen hielten sich damals 10 Jahre lang in Überlingen auf. Den Bauern erging es noch viel schlechter. Alles Vieh und sämtliche Wagen wurden ihnen genommen, einzelne wurden erschlagen. Hunger und Seuchen wüteten. Viele wanderten aus. An die Schwedenzeit erinnert heute noch das „geschossene Bild“, ein Bildstock, der von drei Kugeln durchlöchert ist und welcher auf dem Marienaltar der Walder Kirche aufbewahrt wird. Ein schwedischer Soldat soll im Dreißigjährigen Krieg auf den Bildstock, der damals zwischen Wald und Walbertsweiler stand, frevelhaft drei Schüsse abgegeben haben. Daraufhin habe sich die Erde aufgetan und den Gottlosen auf der Stelle verschlungen, so berichtet die Bildtafel neben dem Marienaltar über das Vorkommnis.

Die Klosterherrschaft hielt an bis zum Jahr 1804, als im Zuge der Säkularisation das Kloster aufgelöst wurde und der gesamte Grundbesitz an den Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen fiel. Erst nach der Aufhebung des Klosters begann für Wald eine selbständige Entwicklung, die sich, unterbrochen von den zwei Weltkriegen, bis zur Bildung der Gesamtgemeinde Wald im Zuge der Gemeindereform in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts fortsetzte.

 

Wappen

WaldIn gespaltenem Schild vorne in Schwarz ein doppelreihig rot-silbern geschachter Schrägbalken, hinten in Silber auf grünem Dreiberg eine rote (Fenster-) Raute (Weck). Das ist das Wappen des ehemaligen, 1212 von Burkart von Weckenstein gestifteten Zisterzienserklosters Wald. Es enthält in der vorderen Schildhälfte das Wappen des Zisterzienserordens, in der hinteren das redende Stifterwappen. Um nicht gegen die heraldische Farbregel zu verstoßen, wurden die Farben des Stifterwappens umgekehrt. Der Ort ist mit dem Kloster im Jahre 1804 an das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen übergegangen.