Aktuelle Seite: Startseite Unsere Gemeinde Kloster Wald

Kloster Wald

kloster225.jpgKloster Wald wurde 1212 von Burkhard von Weckenstein für seine beiden Schwestern Judith und Ida als Zisterzienser- innenkloster gegründet. In der Folgezeit baute das Kloster Wald planmäßig ein geschlossenes Herrschaftsgebiet auf, das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts 19 Orte umfaßte. In diesem war das Kloster fast alleiniger Grundherr und übte die niedrige Gerichtsbarkeit und die Dorfherrschaft, sowie die Lokalleibherrschaft aus. Infolge von Schenkungen und Käufen reichte der Besitz bis an den Bodensee und in den Hegau.

Während des 30-jahrigen Krieges wurde Kloster Wald fast völlig vernichtet, aber wieder aufgebaut. In den Jahren 1601 bis 1685 wurden zwei neue Klosterflügel erstellt. Die Klosterkirche, die im 13.Jahrhundert als dreischiffige gotische Kirche gebaut wurde, ist 1696 von Jos Beer als einschiffige Barock-Rokokokirche umgestaltet worden.

Viele Jahrhunderte stand die vom Kloster ausgehende Kunst und Kultur hoch in Blüte. Noch heute gibt die Barockkirche mit zahlreichen Kunstwerken und Malereien Zeugnis von der einstigen Größe und Bedeutung. Die Westroute der oberschwäbischen Barockstraße führt an diesem künstlerischen Kleinod vorbei.

1806 ging das Kloster durch die Säkularisation an das Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen über. Bis dorthin gehörten durchschnittlich 30 Klosterfrauen dem Konvent an, die fast ausschließlich dem niederen Adel und dem städtischen Patriziat entstammten. Dazu gehörten bis zu zwanzig Laienschwestern aus bäuerlicher oder kleinbürgerlicher Herkunft. Die Klosterfrauen des aufgehobenen Klosters durften bis zu ihrem Tode dort wohnen bleiben. 1826 wurde die Klosterkirche von der Erzdiözese Freiburg zurückgekauft und dient seitdem als Pfarrkirche.

Seit dieser Zeit wurden die Klostergebäude zweckentfremdet genutzt, u.a. als Forstamt, Notariat, Rentamt, Postamt, Privatwohnungen und Arztpraxis. Im Dritten Reich wurde in einem Gebäudeteil der weibliche Arbeitsdienst (RAD) untergebracht. Nach dem Einmarsch französischer Besatzungstruppen 1945 wurde das Kloster teilweise beschlagnahmt und als Lager für verschleppte Personen genutzt.

Am 18. Mai 1946 wurde in diesem historischen Gebäude die Heimschule Kloster Wald durch die Benediktinerinnen von der Heiligen Lioba (Freiburg-Günterstal) gegründet. Über die Jahre hinweg entfaltete sich aus bescheidenen Anfängen die heutige Schule, in der in besonderer Weise die musische Bildung gepflegt wird. Die Atmosphäre von Kloster Wald wird durch die Baugeschichte des alten Hauses bestimmt: durch den gotischen Kreuzgang, die spätgotische Zehntscheuer, den "Jennerbau", Renaissanceräume. Die verschiedenen Epochen des Barock sind im Stuck der Treppenhäuser und Decken, in den Fassaden und Dachkonstruktionen vertreten. In diesem traditionsträchtigen Haus wurden nach 1946 Schule und Internat nach und nach heimisch gemacht. 1961 konnte der fürstliche Teil und 1967 der staatliche Teil vom Orden käuflich erworben werden. Die Klostergebäude wurden in den Jahren 1980-1990 umfassend renoviert und durch einen Anbau ergänzt, dem 2006 ein neuer Küchentrakt folgte.

Heimschule Kloster Wald

Die Gründung der Heimschule - Gymnasium mit Internat - war eine Antwort auf die Erziehungs- und Bildungsprobleme der Nachkriegsjahre. Sie entsprach dem Bedürfnis nach einer den christlichen Grundsätzen verpflichteten Internatsschule für Mädchen. 1950 wurden der Schule Lehrwerkstätten angegliedert, in denen die Schülerinnen neben ihrer gymnasialen Ausbildung ein Handwerk erlernen können. Dieses Angebot, eine Besonderheit von Kloster Wald, nehmen sehr viele Schülerinnen (ca. 90%) wahr. In der Möbelschreinerei, Holzbildhauerei und Damenschneiderei finden sie Entspannung vom schulischen Alltag. Diese berufsbezogene Ausbildung schließt mit der Gesellenprüfung ab.

Die Heimschule im Internet